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Jubiläum
Vor 40 Jahren wurde die PHOTOGRAPHIE von "Lonny" Meier in der Schweiz gegründet. Links das erste Titelbild vom Januar 1977.
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40 Jahre Photographie - Erinnerungen an die ersten Stunden: Jubiläum

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40 Jahre Photographie - Erinnerungen an die ersten Stunden

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40 Jahre Photographie - Erinnerungen an die ersten Stunden


Wir feiern 40-jähriges Bestehen. Eine lange Zeit, und nur wenige erinnern sich an die Anfänge zurück, als PHOTOGRAPHIE in der Schweiz gegründet wurde. Sie hat eine bewegte Zeit hinter sich, die hier kurz aufgezeichnet werden soll - damit die Namen, die diesen Titel über Jahre gepflegt und begleitet haben, nicht in Vergessenheit geraten. Einer von ihnen ist Urs Tillmanns, der hier die Anfänge nacherzählt.

Es muss im Spätherbst 1976 gewesen sein, als mich ein gewisser Ernst Meier - genannt "Lonny" - anrief, um mir voller Enthusiasmus das Projekt einer neuen Schweizer Fotozeitschrift zu unterbreiten. Erste Entwürfe und ein Konzept gab es bereits, und im November konnte eine Nullnummer produziert werden, die Lonny stolz bei den Schweizer Importeuren der großen Kameramarken präsentierte und fleißig Anzeigen akquirierte.

Wer war dieser "Lonny"? Er wollte nie, dass man ihn Ernst Meier (1945 - 1981) nannte - das war ihm zu gewöhnlich. Er schloss eine kaufmännische Ausbildung bei einem Hersteller kosmetischer Produkte ab und war danach in verschiedensten Betrieben und Branchen tätig, fotografierte leidenschaftlich und war kurze Zeit auch als redaktioneller Mitarbeiter einer Tierzeitschrift aktiv. Fünf Jahre betrieb er eine kleine Offsetdruckerei in Winterthur, und mit zwei Hobbys, der Fotografie und der Musik, verbrachte er seine Freizeit. Lonny war ein Ruheloser, der immer wieder etwas Neues anzettelte - sobald es lief, wandte er sich wieder anderen Dingen zu. Seine Interessen an der Fotografie, der redaktionellen Arbeit und dem Wissen im Bereich der Drucktechnik waren ideale Voraussetzungen, um eine Fotozeitschrift ins Leben zu rufen - ein Unterfangen, das von vielen im kleinen Schweizer Markt mit Kopfschütteln quittiert wurde. Aber Lonny konnte seine Ideen unerbittlich verfolgen, und er verstand es vorzüglich, andere für seine Pläne zu begeistern.

Im Januar 1977 war es so weit: Die erste Ausgabe einer neuen Schweizer Fotozeitschrift kam auf den Markt. Lonny verstand es, Menschen für seine Ideen zu begeistern, darunter vor allem Dr. Max U. Rapold, der als Geschäftsführer der Druckerei Meier+Cie in Schaffhausen im Hinblick auf einen periodischen Druckauftrag auch bereit war, ein großes finanzielles Risiko einzugehen, Peter Wassermann, der als "grafischer Vater" von PHOTOGRAPHIE gilt und das Heft in der Funktion eines Art Directors jahrelang gestaltete, Jost J. Marchesi, der als Ausbildner fachlich äußerst fundierte und sehr beliebte Artikel lieferte, Jürg H. Meyer, der als wissenschaftlicher Journalist vor allem seine Kolumne "Fixiert" pflegte, Adrian Bircher, der immer mit genialen Ideen aufkreuzte und später die aufwendigen MTF-Tests bei Carl Zeiss in Oberkochen durchführte, Martin Sigrist, der nicht nur als professioneller Texter mitwirkte, sondern eine große allgemeine fotografische Erfahrung mitbrachte, und schließlich ich selbst, Urs Tillmanns, der sich als erster fest angestellter Redakteur auf ein ungewisses Experiment einließ und neben der üblichen Redaktionsarbeit vor allem neue Geräte in der Praxis testete und Know-how-Artikel verfasste. Im April 1978 hängte ich meinen "sicheren Job" als Industriefotograf bei der Firma Alussuisse SA an den Nagel und ließ mich als erster Mitarbeiter des jungen Verlages anstellen. Ich habe diese Tätigkeit - mit vielen Höhenflügen und Abstürzen - dann bis 1991 ausgeführt; es war eine faszinierende Zeit, und bereut habe ich diesen Schritt später nie.

Oben: Lonny Meier, Urs Tillmanns und Harald Mante treffen im Frühjahr 1981 die Bildauswahl für das erste Buch «Farbig sehen und gestalten». Mit dem bekannten Fotodesigner konnten im Laufe der Jahre viele spannende und erfolgreiche Projekte realisiert werden. Unten: verschiedene PHOTOGRAPHIE-Publikationen im Laufe der Zeit.

Expansion nach Deutschland

Dass PHOTOGRAPHIE auf Anhieb ein Erfolg wurde, hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen. Zum einen herrschte in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre eine wirtschaftlich und konjunkturell günstige Phase für ein derartiges Projekt, das im Schweizer Zeitschriftenmarkt eine Lücke füllte. Für Lonnys große Idee war die Schweiz jedoch bald zu klein. Die steigende Nachfrage aus dem deutschsprachigen Ausland weckte Expansionsgelüste und feuerte Lonny an, neben der Schweizer Ausgabe ab November 1979 eine redaktionell weitgehend identische Zeitschrift für den deutschen Markt herauszugeben.

In Volker Wachs fand Lonny einen Kenner der deutschen Szene, der ihm mit seinem großen Beziehungsnetz zu den nötigen Kontakten verhalf und diese für ihn auch pflegte. Dass PHOTOGRAPHIE Mitte 1984 die von Fritz Meisnitzer geleitete Schweizer Fotozeitschrift und von der Druckerei Habegger in Solothurn produzierte "Foto mein Hobby" und damit einen interessanten Abonnentenstamm übernahm, ist heute bereits in Vergessenheit geraten. Damals erregte diese "Fusion" der beiden Titel in der kleinen Schweizer Fotoszene großes Aufsehen.

Mit der Zeit wurde in Deutschland auch die Redaktion ausgebaut. Petra Olschewski war von 1983 bis 1992 für den Bildteil verantwortlich, der immer ein sehr starkes Element von PHOTOGRAPHIE war. Der Ausbau und die spätere Anstellung von Rudolf Hillebrand wurden auch durch den zweiten Fototitel notwendig: "Meier's lehrreiches Fotoheft" - ursprünglich eine Lizenzausgabe der englischen Zeitschrift "You and Your Camera" - wurde 1981 ins Leben gerufen, um auch im unteren Preissegment eine Fotozeitschrift anbieten zu können. Es wurde während vieler Jahren von Karl-Heinz Tobias herausgegeben.

Der Unfall

Neben seiner Faszination für das Fotografieren und seine Fotozeitschriften pflegte Lonny zwei nicht ganz ungefährliche Hobbys: Zum einen machte er den Flugschein, zum anderen ließ er sich vom Automobilsport verleiten. Das wurde ihm 1981 zum Verhängnis, als er bei einem Rennen tödlich verunglückte. Die Nachricht war für das Team unfassbar; viele der Mitarbeiter, die ich mit der Hiobsbotschaft konfrontieren musste, konnten das Geschehene kaum verkraften. Wir sahen es als unsere oberste Pflicht, Lonnys Pioniergeist weiterzutragen, und nach der ersten Ratlosigkeit nahm Dr. Max Rapold das Steuer in die Hand.

Der junge Verlag hatte inzwischen international an Bedeutung gewonnen und beschäftigte schon bald ein knappes Dutzend Leute. Neben den Zeitschriften PHOTOGRAPHIE und "Fotoheft", je einer deutschen und einer Schweizer Ausgabe, gab PHOTOGRAPHIE auch Bücher heraus.

Dass sich Dr. Rapold neben seiner Geschäftsleiterfunktion einer Druckerei nicht noch intensiv um den Verlag Photographie kümmern konnte, war naheliegend. Er fand in Dr. Thomas Stemmle einen externen Verlagsberater, der sich um die "führungslose Schar" kümmerte. Unsere Arbeit, die ausgewiesenen Erfolge im Zeitschriften- und Buchbereich sowie das Potenzial vor allem im Buchsektor waren für Dr. Stemmle zunächst ein interessantes Beratungsmandat, aus dem später eine feste Tätigkeit als Geschäftsführer wurde. Zudem wurde die einfache Gesellschaft in die Verlag PHOTOGRAPHIE AG umgewandelt. Die 80er-Jahre waren hektisch und turbulent. Einerseits waren sie vom intensiven Tagesgeschäft mit weniger Personal geprägt, andererseits brachte der damalige Buchverlag viele Neuerscheinungen heraus. In jener Zeit wurde auch die Novapress AG gegründet, in der die Zeitschriften erschienen, während sich der Verlag "PHOTOGRAPHIE AG" ausschließlich auf das Buchgeschäft konzentrierte. Offensichtlich gab es in der obersten Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat unterschiedliche Auffassungen, was 1994 zum Ausscheiden von Dr. Stemmle und zu einem Management-Buy-out und zur Neugründung der Fotomedia AG durch Robert Züblin, Karl-Heinz Tobias, Volker Wachs und Urs Tillmanns als gleichberechtigte Teilhaber führte. Die Leitung des Zeitschriftenverlages war damit wieder in den Händen der "Pioniere", doch fehlten dem neuen Verlag ganz einfach die liquiden Mittel, um die beiden Produkte längerfristig in gewohnter Qualität herauszubringen.

Auch heute in guten Händen

Neue Geldgeber glaubten an eine Zukunft der inzwischen etablierten Titel, und es war ein ausgesprochener Glücksfall, dass in den Vereinigten Verlagsanstalten (Düsseldorf) ein Partner gefunden wurde, der bereit war, unter eigener Leitung in die Titel zu investieren. Mit dem neuen Verlag war nicht nur die Zukunft der beiden im Markt beliebten Zeitschriften sichergestellt, sondern es konnte wirtschaftlich und personell von einer völlig neuen Basis ausgegangen werden.

Im November 2009 wechselt die Zeitschrift abermals die Hand und ging per 1. Dezember 2009 an die Untitled Verlag und Agentur über. Chefredakteur blieb Frank Späth, der die PHOTOGRAPHIE zu Beginn des Jahres 2016 mit seiner IdeaTorial GmbH übernommen hat, wo sie heute nach bewährtem Konzept und mit viel persönlichem Engagement weiterhin erscheint.

Die Zeit in den Anfängen von PHOTOGRAPHIE war für mich eine außerordentlich spannende, in der ich meine praktische Erfahrung aus der Industriefotografie ebenso nutzen konnte wie meine Beziehungen zur Fotobranche. Nach einer ersten freiberuflichen Tätigkeit war ich von 1978 bis 1991 als Chefredakteur angestellt. Danach lockten mich eigene Ziele. Ich machte mich 1991 selbstständig, arbeitete aber auch freischaffend für PHOTOGRAPHIE weiter. 1995 gründete ich meinen eigenen Zeitschriften- und Fachbücherverlag Edition text&bild GmbH, in dem bis 2008 die Schweizer Fachzeitschrift "Fotointern" für den Fotohandel, Berufsfotografen und professionelle Anwender auf Deutsch und Französisch erschien. Seit dann gibt es www.fotointern.ch als tagesaktuelle Webseite. Vom einstigen Macher von PHOTOGRAPHIE wurde ich zum Leser dieser Zeitschrift, die sich einen immer festeren Platz in der Szene sicherte und heute zu den besten Foto-Titeln im deutschen Sprachraum gehört.

Dem Verlag und der Redaktion möchte ich für den eisernen Durchhaltewillen in einer schwierigen Zeit und für die hervorragende redaktionelle Leistung gratulieren und weiterhin alles Gute wünschen.

Grusswort

Wolfgang Rau, Präsident des DVF
Herzlichen Glückwunsch zu 40 Jahren PHOTOGRAPHIE wünscht der Deutsche Verband für Fotografie e.V. (DVF)!

Die 40-jährige Konstanz der PHOTOGRAPHIE, die nach wie vor stabile Auflagenzahlen vorweisen kann, ist bei der Vielfalt der Fotozeitschriften, die der Markt heute bietet, nicht selbstverständlich. Während viele Fotozeitschriften mit sinkenden Absätzen zu kämpfen haben, erfreut sich die PHOTOGRAPHIE seit Jahren einer ungebrochenen Beliebtheit und rangiert in einem im Internet veröffentlichten Vergleichstest der bekanntesten Fotozeitschriften in Deutschland mit einer 5-Sterne-Bewertung im oberen Segment. Und dies hat seine Berechtigung. Aber was ist der Grund für diesen Erfolg?

Die PHOTOGRAPHIE wendet sich insbesondere an den engagierten Fotografen, der bereits über eine seinen Bedürfnissen entsprechende Ausrüstung verfügt und keinen Wert auf seitenlange Tests und Systemvergleiche legt und für den auch Erklärungen, wie man bestimmte Aufnahmesituationen meistern kann, allenfalls geringen Mehrwert bieten können. Der fortgeschrittene Fotograf wünscht sich vielmehr Anregungen und Beiträge im Bereich der künstlerischen und kreativen Fotografie, neben Mitteilungen und Erfahrungsberichten über technische Neuerungen und Hintergrundinformationen aus der gesamten Welt der Fotografie. Genau dies bietet die PHOTOGRAPHIE wie keine andere Publikation auf dem deutschen Markt und macht damit die PHOTOGRAPHIE zu etwas Besonderem. Der Verzicht auf eine einseitige Schwerpunktbildung und die Vielfalt der Themen, verbunden mit einer hochwertigen Aufmachung im Großformat, tragen dabei zum Erfolg der PHOTOGRAPHIE ebenso bei wie die Auswahl hervorragender künstlerischer und kreativer Fotografien.

Gerade der Aspekt der künstlerischen Fotografie liegt dem DVF als größtem deutschen Amateur-Fotoverband mit den vielen Mitgliedern, die sich seit Jahren mit großem Erfolg und Engagement der Fotokunst widmen, besonders am Herzen und ist der Grund für eine überaus erfolgreiche Zusammenarbeit mit der PHOTOGRAPHIE, die nun schon 20 Jahre andauert und gerade erst auf der photokina 2016 für die nächsten Jahre vertraglich erneuert wurde. Da kann man nur sagen: Weiter so, möge die PHOTOGRAPHIE die Landschaft der fotografischen Publikationen noch viele Jahre bereichern!


Autor: Urs Tillmanns

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