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Christian von Alvensleben

Christian von Alvensleben

Christian von Alvensleben, der im August seinen 70. Geburtstag feiert, kann auf eine lange Karriere als Fotograf zurückblicken. Im Alter von elf Jahren machte er sein erstes Foto mit einer Kodak-Box-Kamera aus einem US-Carepaket. Mit 18 Jahren entstanden Porträts des Schriftstellers Hubert Fichte. 1972 ist der freischaffende Fotokünstler mit seinem Bild "Der Sonnenschein" weltberühmt geworden - damals widmete das Nachrichtenmagazin Time dem Foto eine ganze Seite, heute hat es als eines der "Bilder im Kopf" Platz im Deutschen Zeitungsmuseum gefunden. Zahlreiche Preise und Veröffentlichungen u. a. in FAZ, GEO, Merian, Spiegel, Stern, Feinschmecker und in internationalen Magazinen wie der Pelle Vogue in Italien folgten. Ausserdem hat Christian von Alvensleben für internationale Kampagnen u. a. von Jil Sander, Swarowski und Bacardi fotografiert. Heute lebt der Fotograf mit seiner Frau in Bad Oldesloe, in der Nähe von Hamburg.

Motto: "Ich fotografiere alles, was ich sehe."

www.alvensleben-photography.de


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Christian von Alvensleben

Meeresfrüchte


Attraktiver Abfall, angeschwemmt vom Meer. Ein von Salzwasser gezeichnetes Feuerzeug, ein von Wind und Wellen traktiertes Transistorradio, eine Plastiktüte a. D. Wenn Christian von Alvensleben zur Kamera greift, verwandelt sich Zivilisationsmüll in zeitgenössische Kunst.

Wenn es nach Pippi Langstrumpf ginge, hätte er längst die Medaille des "weltbesten Sachensuchers aller Zeiten" verliehen bekommen. So aber muss sich Christian von Alvensleben mit der Ehrenmitgliedschaft des Bunds Freischaffender Fotodesigner (BFF) zufriedengeben. Und mit mehr als 80 ausgezeichneten Arbeiten vom Art Directors Club Deutschland (ADC), darunter auch die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Keine Frage: Den Ruf als eine der beständigsten Grössen unter den deutschen Fotodesignern hat sich der Fotokünstler redlich verdient. Christian von Alvensleben ist ein wahrer Tausendsassa. Jahrzehntelang arbeitete er für die Werbung, ohne sich als Werbefotograf zu präsentieren. Voller Hingabe widmete er sich seiner Arbeit für Food-Magazine, ohne sich als Food-Fotograf zu verstehen. Auch zahlreiche berühmte Künstler, Sportler und Politiker porträtierte er, ohne sich dabei sogleich als Porträtfotograf zu vermarkten. Gedeckte Tische, Füsse, Tulpen, Parfüms, Sarah Connor, Zuckerschoten, Edgar Selge, Schlachtvieh, Karotten, alte Olivenbäume, Gerhard Schröder - Christian von Alvensleben ist ein Universalist, der sich in seiner Fotografenlaufbahn immer wieder neue Herausforderungen sucht. "Ich fotografiere ganz einfach alles, was ich sehe", sagt er, und es klingt fast entschuldigend


"Die Natur hat dem Alter ein Bild gegeben. Wind und Wasser, Wetter und Wellen haben dem Strandgut der Zivilisation einen misshandelten Anblick bereitet. Und in eine neue, andere Schönheit verwandelt."
Sachensuche am Strand

Eines seiner neuesten Projekte entstand in der Ägäis, auf der Sonneninsel Rhodos. Seine Models fand Christian von Alvensleben am Strand: ein Feuerzeug, einen Flip-Flop, ein Transistorradio, eine Plastiktüte. Auf ausgiebigen Spaziergängen hielt er mit seiner Frau Helga Ausschau nach dekorativem Strandgut: Alltagsgegenstände a. D., die den Stempel der Natur tragen. "Ich fand es spannend, Produkte zu fotografieren, die früher eine Funktion in unserem Leben hatten. Ihre Hüllen wurden weggeworfen, vom Meer wieder angespült und haben sich in der Zwischenzeit verwandelt, eine ganz eigene, individuelle Schönheit entwickelt." Die Natur erweist sich als kompetente Künstlerkollegin des Fotografen. Ein Feuerzeug versieht sie mit einer Struktur, die an eine Reliefkarte eines Kontinents erinnert. Von einer Mülltüte ist der gesamte Inhalt längst zersetzt. Nur ein widerstandsfähiger Knoten ist übrig geblieben, auf dem Bild wirkt er wie ein blauer Kristall.

Welche Kriterien müssen die Models erfüllen, damit sie ins Studio dürfen? "Sie müssen fotogen sein", feixt der Fotograf. "Sie dürfen keinesfalls unappetitlich aussehen." Dann haben sie eine Chance, einen Platz im Koffer des Künstlers zu ergattern und mit auf grosse Reise zu gehen. Nach Deutschland. Ins Studio, wo sie mit einer Sinar 8x10 oder 4x5 abgelichtet werden. Ganz analog, versteht sich: "Für mich ist das analoge Gefühl ein schöneres als das digitale." Christian von Alvensleben hat sich nie unter Druck gesetzt gefühlt, auf die digitale Fotografie umzusteigen. "Es ist für mich eine fast verstohlene Freude, weiterhin analog zu arbeiten. Ich habe immer das Bild zweier Punkte vor Augen: Es gibt einen Punkt A und einen Punkt B. Bei der digitalen Fotografie steige ich in einen Audi A8, airconditioned, abgedunkelte Scheiben, fahre auf einer tollen Strasse, schnell und leise. Und komme an. Mit der analogen Fotografie setze ich mich auf ein Motorrad, fahre neben der Autobahn, über die Hügel, die Felder, rieche dabei den Regen. Und komme ebenfalls an. Es dauert länger, aber es macht auch mehr Spass."

Komplimente für den Künstler

40 Jahre arbeitet Christian von Alvensleben nun schon als Fotograf. Wer berühmt ist, hat viele Nachahmer. "Inzwischen habe ich eine dicke Mappe mit Bildern, die fast 1:1 Kopien meiner bekannten Bilder sind. Es wird geklaut bis zum Gehtnichtmehr." Doch ein Künstler wie er nimmt den Ideenklau mit Humor: Beschriftet hat er die Mappe mit "Komplimente". Seine Fans kommen aus allen möglichen Ländern. Vor Kurzem bekam er einen Brief aus China mit der Bitte um ein Autogramm. "Ich bin zwar ein Fotograf, der einen Namen hat, aber ich bin doch kein Gursky oder Penn", wundert sich von Alvensleben. Auch in der deutschen Design- und Kunstszene hat der 69-Jährige viele Anhänger. Einer von ihnen ist der im März verstorbene Professor Kurt Weidemann, der in den 90er-Jahren als angesehener Typograf und Grafiker unter anderem das Logo der Deutschen Bahn sowie das Wappen und den Schriftzug von Porsche überarbeitet hatte. "In der Vorführung des Unentdeckten und Unerwarteten ist Christian von Alvensleben ein geduldiger Jäger, ein Fanatiker des Fleisses, ein Verführer und Näherbringer seines Sehvermögens." Eine Lobeshymne von Typograf zu Fotograf. "Christian von Alvensleben führt unser Denken über Bilder: Er zeigt uns, wie man der Schönheit des Zerbrechlichen erlebnisstark näherkommen kann." Besonders erlebnisstark präsentiert wurden seine Bilder erst kürzlich. Das Fotofestival Horizonte Zingst zeigte in einer Open-Air-Ausstellung das von Wind und Wellen malträtierte Strandgut der Zivilisation im beeindruckenden XXL-Format. Der Clou: Die Bilder waren dort installiert, wo der Fotograf sie gefunden hat: am Strand, wo das Meer endet und das Land beginnt.


Fotos: Christian von Alvensleben
Autor: Jana Kühle

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