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Fotograf Norman Konrad: Spezialist für das Außergewöhnliche
Voller Körpereinsatz für Konrad und den "Stern": Regisseurin Katja von Garnier springt durch ein Berliner Kino. © Norman Konrad

Norman Konrad

Jahrgang 1976, wurde in Gotha, Thüringen, geboren und studierte Fotografie und Design in Bielefeld und Prag, bevor es sich 2006 als freier Fotograf selbstständig machte. Der unter anderem mit dem Silbernen Löwen in Cannes und dem "Silver Cube Award" des Art Directors Clubs ausgezeichnete Wahlberliner arbeitet unter anderem für Werbekunden wie Coca-Cola, Credit Suisse, Deutsche Telekom, Ferrero, Jägermeister, McDonald's, Media Markt und für Medien wie 11 Freunde, Musikexpress, Neon, Nido, NoSports, Stern, Spiegel, Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit.

http://www.normankonrad.de


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Fotograf Norman Konrad: Spezialist für das Außergewöhnliche

Anarchie


Voller Körpereinsatz für Konrad und den "Stern": Regisseurin Katja von Garnier springt durch ein Berliner Kino.

Tische, auf denen nicht viel mehr steht als kalibrierte Monitore, weißgetünchte Wände, an einer davon ein Singlespeed-Bike, mit dem der Editorialfotograf zu Redaktionsterminen fährt: Das Atelier von Norman Konrad hallt vor lauter Leere. Kein Schnickschnack, keine Zierde, alles hier ruft: Weniger ist mehr. Konrads Bildern merkt man diese Schwäche fürs Aufgeräumte und Reduzierte dagegen nicht an, ihr Motto lautet vielmehr: Mehr ist mehr. Mehr Farbe, mehr Requisiten, mehr Skurrilität, mehr Trash, mehr Bad taste, mehr Wahn-, mehr Bildwitz. Knallige Farben treffen auf überbordende Details und abstruse Requisiten. Eine Bildsprache, die mit diebischem Vergnügen auf den Lukas haut - lauthals, situationskomisch, eloquent. Vorbeigucken? Unmöglich!

Situative Komik trifft auf durchdachte Inszenierung: Für das Fußball-Magazin 11 Freunde fing der Fotograf Schalke- 04-Fans auf Deutschlands größtem Campingplatz ein - mit Regieanweisungen, aber ohne Stylisten oder Requisiteure. © Norman Konrad

Mit anarchischem Blick fasst der Berliner, der für
Magazine wie 11 Freunde, GEO, Musikexpress, Stern,
Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit arbeitet, seine
Motive ins Visier. Doch so chaosfreudig seine Bilder
auch daherkommen, in Wahrheit sind sie mit Bedacht
komponiert. "Ich bin am Set schon sehr exakt,
ja geradezu perfektionistisch, wenn es darum geht,
wer wo wie steht und welches Detail an welcher
Position mit aufs Bild soll", sagt Konrad.

Blaues Wunder im Doppelpack: Das Porträt des stilsicheren Elektronik- Pop-Duos Yello (Dieter Meier und Boris Blank) entstand in der Bar des Café Einstein in Berlin für die Zeitschrift FOCUS. © Norman Konrad
Aller Akkuratesse bei Composing und Setting zum Trotz: Konrads Bilder besitzen fast immer auch eine situative Dimension. So wie bei der Strecke, die er für das Fußball-Magazin 11 Freunde von eingefleischten Schalke-04-Fans geschossen hat. Die skurrilen Bilder der Aficionados entstanden zwar mithilfe von Regieanweisungen, allerdings ohne Stylisten oder Requisiteure - auf Deutschlands größtem Campingplatz Grav-Insel. Ähnlich situativ ging es auch bei den Porträts zu, die Konrad vom Elektronik-Pop-Duo Yello gemacht hat (bekannt u. a. für die "Formel Eins"-Titelmelodie ). "Es war mein Geburtstag, ich hatte mir fest vorgenommen, an diesem Tag nicht zu arbeiten. Aber dann rief der Focus an und fragte, ob ich Yello fotografieren wollte. Ich konnte einfach nicht widerstehen", erinnert sich Konrad.

Multi-Tasking im One-Shot-Bilderwitz: Aus einer Strecke zum Thema Lebenskunst und Selbstoptimierung für Spiegel Wissen. © Norman Konrad
Auch hier griff der Fotograf auf das zurück, was ihm die Location bot - den zugleich mondänen und ein wenig abgewetzten Wiener-Kaffeehaus- Charme der Bar im Berliner Café Einstein. Norman Konrad, das springt neben den kreischenden Farben und opulenten Details gleich ins Auge, ist kein Freund des Bokehs. In seinen Bildern herrscht vielmehr stets ein Maximum an Schärfentiefe - ein Stilmittel, das die Zweidimensionalität des fotografischen Mediums unterstreicht. Gemeinsam mit der vordergründigen Gleichberechtigung aller Bildelemente suggeriert dieser "Alles-ist-scharf- Blick", alles sei gleich wichtig. Was natürlich Humbug ist.

© Norman Konrad
Die semantische Auflösung der wuseligen One-Shot-Composings passiert erst im Kopf des Betrachters. Das allmähliche Entwickeln des Witzes gemeinsam mit dem Publikum - eine Steilvorlage für nachhallende Pointen. "Ich mag Wimmelbilder, für die man beim Betrachten ein wenig mehr Zeit braucht, weil sie über mehrere Ebenen funktionieren", erklärt der 41-Jährige.

Den gesamten Artikel finden Sie in der PHOTOGRAPHIE-ePaper-Ausgabe 09/2018.


Fotos: Norman Konrad
Autor: Peter Schuffelen

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