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Berühmte Fotografen haben eines gemeinsam: Ihre Bilder haben allesamt einen gewissen Wiedererkennungswert. Über die Jahre haben sich die Profis eine ganz eigene Bildsprache angeeignet, die für sie einzigartig ist. So spiegeln die Fotografien ein bestimmtes Konzept oder eine spezielle Sichtweise wider.

Übung macht den Meister - und führt nach und nach zum eigenen Fotografiestil. ©Fotolia, REDPIXEL
Übung macht den Meister - und führt nach und nach zum eigenen Fotografiestil. ©Fotolia, REDPIXEL
Selbst die Motivation zu fotografieren ist schon so unendlich vielfältig und verschieden. Die meisten beginnen ihre fotografische Karriere damit, einfach das zu knipsen, was ihnen Spaß macht. Um sich von anderen abzuheben und die Karriere in Schwung zu bringen ist es jedoch irgendwann an der Zeit, einen eigenen Stil zu entwickeln. Aber was ist das eigentlich? Und wie gelingt es diesen zu finden und auszubilden?

PROFIL UND BILDSPRACHE

Die eigenen Interessen spielen vor allem bei der Wahl der Motive, aber auch beim bevorzugten Stil eine Rolle. Die Welt der Fotografie bietet unzählige Genres, die sich zum Teil auch überschneiden:

  • Landschafts- und Naturfotografie
  • Porträtfotografie
  • Eventfotografie
  • Architekturfotografie
  • Produktfotografie
  • Inszenierte Fotografie
  • Streetfotografie
  • Reisefotografie

Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Jeder Stil hat seine spezifischen Eigenheiten und stellt unterschiedliche Herausforderungen an den Fotografen oder das Equipment. Innerhalb der einzelnen Genres gibt es immer noch genügend Spielraum um seine ganz eigene Handschrift zu entwickeln.

Die ganz individuelle Sichtweise auf die Dinge macht meist einen wichtigen Teil der individuellen Bildsprache aus. Eine bestimmte Intention wird mit Hilfe der Kamera und eines geeigneten Konzepts in die Realität umgewandelt. Unsere Art zu Denken und zu Handeln spiegelt sich dabei dann auch in unserer fotografischen Praxis wider. Dynamik oder Ruhe, Detailverliebtheit oder Reduktion - viele Kriterien spielen dabei eine Rolle.

Wer seine ganze Leidenschaft in eine Aufnahme steckt, wird dies später auch beim entsprechenden Resultat merken. Das Finden der ganz persönlichen Handschrift hat deshalb auch viel damit zu tun, wie intensiv sich mit der eigenen Person beschäftigt wird, und wie stark die eigene Persönlichkeit beim Fotografieren mit eingebracht wird.

INSPIRIEREN

Gerade als Fotograf ist es wichtig, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Die Arbeiten anderer Künstler können dabei eine tolle Inspirationsquelle darstellen. Porträts knipsen wie Peter Lindbergh oder Helmut Newton, Landschaftsaufnahmen wie von Andreas Gursky oder Anselm Adams, Streetfotografie wie von Steve McCurry oder Henri Cartier-Bresson: Besuche von Ausstellungen der großen Meister zeigen, was möglich ist und machen deutlich, welche Bildsprache für die verschiedenen Künstler charakteristisch ist.

Ausstellungen von anderen Künstler können neue Inspiration bieten oder Tipps zur Umsetzung eigener Ideen liefern. © Fotolia, bluraz
Dabei sollten die anderen Arbeiten jedoch nicht einschüchtern oder demotivieren. Bloßes Nachahmen führt meist zu weit schlechteren Ergebnissen. Wer sich auf sich selbst konzentriert und auf seine eigene Stimme hört, wird sich dagegen eher weiterentwickeln. Fotografieren hat auch viel mit Intuition zu tun. Beim Drücken auf den Auslöser müssen eigene Entscheidungen je nach individueller Situation getroffen werden.

Dennoch kann viel von den berühmten Vorbildern gelernt werden. Die Auseinandersetzung mit der Arbeitstechnik der einzelnen Künstler kann wertvolle Tipps liefern:

  • Welches Konzept steckt hinter der Bildidee?
  • Welche Kamera und welche zusätzliche Ausrüstung wurde verwendet?
  • Welche Details machen das Foto so besonders?
  • Wurde dem Ergebnis durch Nachbearbeiten auf die Sprünge geholfen?

Wer selbst vergeblich versucht hat ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, findet oft auch in Künstlerbiografien oder Bildbänden neue Informationen über eine ganz spezielle Technik, die auch selbst eingesetzt werden kann.

Die Inspiration durch andere Fotografen kann neue Ideen oder Herangehensweisen eröffnen. Auch andere Quellen oder Kunstformen dienen als Anregung, neues auszuprobieren und seinen ganz eigenen Weg zu finden.

EXPERIMENTIEREN

Selbst aktiv zu werden ist dabei das wichtigste. Nur wer eine Vielzahl an unterschiedlichen Möglichkeiten ausprobiert, kann herausfinden, welche Arbeitsweise am besten passt oder wo beispielsweise die persönlichen Stärken liegen. Zudem entstehen auf diese Weise immer wieder unerwartete oder spannende Aufnahmen.

Das Experimentieren hilft dabei, sich einerseits nach und nach zu verbessern, aber auch mit der Zeit seinem eigenen Stil anzunähern. Dabei können neben dem Spielen mit Licht oder dem Verändern des Bildausschnitts auch ganz neue Wege ausprobiert werden. Zu ein und derselben Bildidee ist es auch möglich, mit ganz verschiedenen Konzepten ans Ziel zu gelangen. Werden die unterschiedlichen Ergebnisse anschließend in Ruhe betrachtet, fällt es einfacher, "sein" perfektes Foto darunter auszumachen. Eine genaue Analyse der Aufnahme zeigt dann oft, warum genau dieses Bild persönlich am besten gefällt, oder eben den eigenen Stil am besten widerspiegelt.

Die Reflexion über das eigene Tun kann hier nachhaltig dazu beitragen, eine eigene Handschrift zu entwickeln. Denn wer genau weiß, welche Aspekte den individuellen Charakter ausmachen, kann diese bei zukünftigen Projekten ganz bewusst verfolgen und einsetzen.

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Es lohnt sich andere Genres oder Techniken auszuprobieren um neue Erfahrungen zu sammeln. Bei den Ergebnissen wird schnell deutlich, welche Bilder den eigenen Vorstellungen am nächsten kommen. © Fotolia, REDPIXEL

VARIIEREN

Werden beim Fotografieren bereits sehr gute Ergebnisse erzielt und die technische Umsetzung geht immer leichter von der Hand, gelangen viele trotzdem irgendwann an einen Punkt, an dem es nicht so recht weitergeht. Am Ende fehlt den Aufnahmen einfach das gewisse Etwas oder die gewünschte persönliche Note.

Auch hier lohnt es sich, mehr Zeit in die Analyse der Bilder zu investieren. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die für die persönliche Handschrift ausschlaggebend sind. Um herauszufinden, wie die Bilder noch weiter verbessert werden können, hilft es, von einem Motiv zahlreiche Varianten anzufertigen. Kleine Veränderungen bei der Lichtstärke oder auch der Beleuchtungsrichtung, eine etwas höhere oder tiefere Perspektive, ein anderes Objektiv - die Möglichkeiten sind unendlich.

Dabei wird zudem auch die eigene Praxis verbessert. Die stete Wiederholung einzelner Arbeitsschritte hilft dabei, Routine zu entwickeln und künftig schneller reagieren zu können. Im richtigen Moment die passende Einstellung zu finden, ist gerade bei Schnappschüssen sehr wichtig.

DETAILS MACHEN DEN UNTERSCHIED

Bei der Variantenbildung wird der Blick fürs Wesentliche, aber auch für die feinen Details geschult. Beide Kriterien sind maßgeblich für eine gelungene Aufnahme ausschlaggebend. Dabei spielt es auch immer eine Rolle, für welchen Zweck die Fotos gemacht wurden. Das Transportieren von Emotionen ist immer wichtig - egal ob ergreifende Porträtaufnahme oder sachliches Produktfoto.

Kleine Details können einen Unterschied machen, ob wir uns von dem Motiv angezogen fühlen oder ob es uns nicht berührt. Eine Lichtreflexion am richtigen Fleck kann die Plastizität eines Objektes verändern, die Blickrichtung eines Models gar die ganze Bildaussage beeinflussen.

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Das Transportieren von Emotionen ist einer der wichtigsten Aspekte bei einer guten Aufnahme. © Fotolia, jul14ka

Die Beschäftigung mit der Gestaltung der Bilddetails führt ebenso dazu, sich klarer darüber zu werden, wie ein Foto verändert und mit welchen technischen Tricks das gewünschte Ergebnis erzielt werden kann. Die Betonung unterschiedlicher Stilmittel kann ebenso für eine individuelle Bildsprache genutzt werden:

  • Bewusster Einsatz von Farben und Kontrasten
  • Ungewöhnliche Kompositionen oder Perspektiven
  • Eigenständige oder sich wiederholende Bildaussagen zu einem ganz bestimmten Thema
  • Intime Einblicke oder persönliche Momente

GEFÜHL TRANSPORTIEREN

Wichtig ist es auch, nicht zu technisch zu werden. Wer zu verkopft an eine Sache herangeht, verliert dabei den Bezug. Beim typischen "Den-Wald-vor-lauter-Bäumen-nicht-sehen-Effekt" passiert es oft, dass die eigentliche Intention bei der Umsetzung ganz vergessen wird. Dann hilft es, das Konzept oder den Aufbau noch einmal mit etwas Distanz zu betrachten und sich die ursprünglichen Absichten wieder in Erinnerung zu rufen.

Ein Foto überzeugt vor allem dann, wenn es natürlich erscheint und Emotionen weckt. Das perfekte Bild gibt es nicht. Denn diese Entscheidung liegt immer auch im Auge des Betrachters. Wer sich dies deutlich macht, kann sich leichter auf seine eigene Arbeit konzentrieren. Bei einer unverkrampften Herangehensweise gelingt ein herausragendes Foto viel eher und es ist einfacher, seine eigenen Gefühle beim Fotografieren mit einzubringen.


Autor: Redaktion

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