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Herausragende Street Photography
Die Ausnahme Bei einem Herbstspaziergang im Hyde Park entdeckt Bredun Edwards diesen Moment im Gegenlicht, Eichhörnchen inklusive. Ungewöhnlich für ihn: Hier fotografiert er mit einer Fujifilm X-Pro1 statt mit dem Smartphone, auch die aktuelle X-Pro2 hat durchaus sein Interesse geweckt. Doch selbst mit der größeren Kamera führt sein Arbeitsablauf zurück zum Handy: "Ich kann mit den Apps immer ausgefeilter arbeiten, um genau den künstlerischen Effekt zu erzielen, den ich mir wünsche", erzählt Bredun Edwards. Die Apps Hipstamatic, Snapseed, Photocopier und Instasize sind seine Werkzeuge der Wahl. "Aber wer weiß? Ich kann mir durchaus vorstellen, künftig Kamera und Smartphone für bestimmte Projekte mal parallel einzusetzen."

Bredun Edwards

Vor ein paar Wochen hat Bredun Edwards seinen 50. Geburtstag gefeiert. Seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet er als Kameramann für Nachrichtensendungen, einen Großteil dieser Zeit hat er in London verbracht. Im Alltag hat er mit Bildern genug zu tun und betrachtet die Fotografie daher eher als Hobby. "Aber wer weiß? Jeder, der das Fotografieren liebt, kann eines Tages der Verlockung erliegen, seine ganz Zeit dafür zu investieren", findet Edwards. Er sagt über sich selbst, bei seinen Streifzügen hätte er immer einen "Kontrastfilter" im Kopf - die hellen und die dunklen Seiten der Welt zu sehen, sei ihm auch jenseits der Fotografie wichtig. Seine neuesten Werke präsentiert er bei Instagram: @bredun_e


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Von Berufs wegen fängt Bredun Edwards bewegte Bilder ein. Doch privat verknüpft der Kameramann seinen Blick für starke Szenen mit den Möglichkeiten des iPhones. Vor allem in den Straßen von London sucht er nach seinen kontrastreichen Motiven.

Die Nostalgie Bei dieser Aufnahme ging es dem Fotografen nicht allein um die kontrastreichen Lichtverhältnisse. "Die Kleidung der Passantin und der Verkäuferin, die kurz zum Rauchen nach draußen gegangen ist, hat etwas Nostalgisches. Das Bild könnte auch zu einer ganz anderen Zeit entstanden sein, wären dort nicht das Smartphone der einen und die E-Zigarette der anderen Frau." Edwards hat sie mit dem iPhone abgelichtet.
"Für mich bedeutet Fotografie ein lebenslanges Lernen. Aber ich war wirklich überrascht, als ich festgestellt habe, was ich mit meinem iPhone alles umsetzen kann", begeistert sich Bredun Edwards. "Es ist für mich Kamera, Dunkelkammer und Galerie in einem - einfach in der Hosentasche." Als wir Bredun Edwards jedoch fragen, ob er wegen der neuen Kamerafunktionen möglichst schnell zum iPhone 7 greifen werde, muss er lachen. "Nein, sicher nicht. Die Apps sind für mich sehr wichtig und die Software braucht immer ein bisschen, um sich einem neuen Modell anzupassen. Außerdem: Die neue Technik ist toll, aber ich glaube, dass sie immer weniger wichtig wird. Am Ende zählt nur das Resultat - und wir sehen doch heute so viele Smartphone-Fotos, die sogar Bildbände und Ausstellungen füllen."

Der Traum "Dreaming in Kasbah" hat Bredun Edwards diese Aufnahme getauft, sie ist Teil seines "Marokkanischen Tagebuchs". Als Kameramann ist er viel herumgekommen, war zwischen dem letzten Irakkrieg und dem Arabischen Frühling in vielen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens unterwegs. Wie schon beim Bild oben hat Edwards zwei Motive miteinander verwoben, erneut dienten ihm alte Reportagefotos als Inspiration. "Ich habe schon immer die frühe, bewegende Zeit der Fotoagentur Magnum geliebt", bekennt er.
Gäbe es die Immer-dabei-Kamera nicht, die zufällig auch telefonieren kann, Edwards wäre vielleicht nie bei der Street Photography gelandet. Klar, als Kameramann beim Fernsehen liegen ihm Bilder nahe, zwei Jahrzehnte im Job haben seinen Blick geschult. Aber die Fotografie entstand nebenbei-Spaß, Reflex, Spieltrieb, Cartier-Bresson durchaus im Hinterkopf. Es bleibt pure Spekulation, aber hätte der französische Gottvater des Fotojournalismus ein Smartphone gehabt, es würde nicht überraschen, wenn er zu ähnlichen Ergebnissen wie Edwards gekommen wäre.

Die Heimat Seit fast 20 Jahren lebt Bredun Edwards schon in London, wo die beiden Fotos rechts entstanden sind. Einige seiner Verwandten leben jedoch in Sydney, Edwards kehrt deshalb immer wieder ins heimische Australien zurück - Kulisse für die zwei Aufnahmen links. "Das Foto unten beruht auf einem schlichten Reflex. Ich hörte die Frau und ihren Freund rufen, sie rannten, um eine Fähre zu erwischen. Ich drehte mich um, löste aus und hatte Sydneys bekannten Luna Park im Hintergrund." Die Möwe (ganz oben links) hebt ab, als Edwards sich gerade möglichst nah an sie herangearbeitet hatte. "Ich war gerade in Sydney angekommen, um meine Familie zu sehen, und hatte das Bedürfnis die berühmte Hafenbrücke zu fotografieren. Doch der Start der Möwe macht das Bild erst richtig gut."
Henri Cartier-Bressons Devise "Ich bin Fotograf, nicht Schneider" folgt Edwards sowieso: "In den meisten Fällen beschneide ich meine Bilder nicht, sondern kümmere mich schon bei der Aufnahme um den richtigen Bildaufbau. Allein mit dem Display die Komposition zu planen, wird dabei immer mal wieder zur Herausforderung. Das nehme ich allerdings gern in Kauf, denn unauffälliger als mit dem iPhone lässt sich kaum arbeiten."

Die digitale Dunkelkammer spielt für den gebürtigen Australier überdies eine besondere Rolle. Gleich ein ganzes App-Quartett bringt Bredun Edwards in Anschlag, um seinen kernigen Schwarzweiß-Look zu kultivieren. Bei Instagram hat ihm die gelungene Mischung aus Auge plus Post Production inzwischen fast 25.000 Fans beschert.

Den gesamten Artikel finden Sie in der PHOTOGRAPHIE-ePaper-Ausgabe 12/2016.


Fotos: Bredun Edwards
Autor: Sebastian Drolshagen

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