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Aufsteckkameras für Smartphones
Die Insta360 Nano ist die Exotin unter den Aufsteckkameras. Sie sorgt nicht für mehr Zoom oder einen größeren Sensor, sondern ermöglicht, 360-Grad-Bilder mit dem iPhone aufzunehmen. Zu diesem Zweck hat sie vorn und hinten je ein Fisheye-Objektiv. Beide Aufnahmen werden zu einem Kugelpanorama kombiniert.
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Aufsteckkameras für Smartphones

Da steckt mehr drin


Mehr Zoom, bessere Bildqualität, originelle Perspektiven: Minikameras zum Aufstecken wollen Smartphone-Fotografen mehr kreativen Spielraum verschaffen. Unser Test.

Die Standardbrennweite von Smartphone-Kameras schränkt Fotografen ein. Mit Aufsteckmodulen wie dem Hasselblad True Zoom können sie flexibler fotografieren. Ob 25-mm-Weitwinkel oder 250-mm-Tele - beides ist möglich.
Die Standardbrennweite von Smartphone-Kameras schränkt Fotografen ein. Mit Aufsteckmodulen wie dem Hasselblad True Zoom können sie flexibler fotografieren. Ob 25-mm-Weitwinkel oder 250-mm-Tele - beides ist möglich.
Ist das denn zu viel verlangt? Viele Fotografen wünschen sich eine möglichst kompakte Kamera, die qualitativ hochwertige Bilder erlaubt und diese auch gleich ins Social Web verschicken kann. Die "Smart Camera" hat sich bisher nicht als Lösung etabliert. Statt einer Mischung aus Smartphone und klassischer Kamera bevorzugt die Mehrheit immer noch eine reinrassige Variante. Mit Modulen, die Smartphones nicht dauerhaft, sondern je nach Bedarf um kreative Aufnahmefähigkeiten erweitern, wagen einige Hersteller einen neuen Anlauf. Wir stellen interessante Alternativen vor.


Porträts vom Hintergrund zu isolieren und auch bei wenig Umgebungslicht ohne Rauschen scharf abzubilden, gelingt mit der DxO One sehr gut. Dafür sorgen der 1-Zoll-Sensor und die Offenblende von f/1,8. Das Aufsteckmodul wertet die Fotofähigkeiten von iPhones und iPads somit deutlich auf.
Porträts vom Hintergrund zu isolieren und auch bei wenig Umgebungslicht ohne Rauschen scharf abzubilden, gelingt mit der DxO One sehr gut. Dafür sorgen der 1-Zoll-Sensor und die Offenblende von f/1,8. Das Aufsteckmodul wertet die Fotofähigkeiten von iPhones und iPads somit deutlich auf.
Zoomprotz: Hasselblad True Zoom

Hasselblad-Kameras waren mal auf dem Mond. Aber dafür kann sich die Traditionsfirma jetzt auch nichts mehr kaufen. Zusatz-Kameramodule für Smartphones wie das Lenovo Moto Z Play könnten ihr ein zeitgeistiges Geschäftsfeld eröffnen. Doch welchen Mehrwert bringt das Experiment den Nutzern?

Im Kern ergänzt das Modul derzeit zwei Lenovo-Smartphones um ein Zehnfachzoom (25-250 mm KB-äquivalent) mit Offenblende f/3,5-6,5. Weil es die Smartphone-Kamera komplett verdeckt, steckt in dem Modul ein eigener Bildwandler im miniaturhaften 1/2,3-Zoll-Format. Die bis zu 12 Megapixel großen Fotos werden optisch, Videos (bis zu 1.080p) elektronisch stabilisiert. Mit 145 Gramm wiegt das Modul nur etwas weniger als das Lenovo Moto Z selbst.

So viel Zoom wie das Modell Kodak PixPro SL25 bietet kein anderes Aufsteckmodul für Smartphones. Mit einem KB-äquivalenten Brennweitenbereich von 24-600 mm deckt es vom Ultraweitwinkel bis zum extremen Tele den Bedarf für alle Alltagsmotive und noch viel mehr ab. Und das alles im Hosentaschenformat. Lichtstärke und Bildqualität erlauben jedoch nur das Fotografieren recht langsamer Motive bei gutem Licht.
Haptisch und mechanisch ist das Kameramodul mit dem gummierten Griff ein Genuss. Magnetisch "saugt" es sich an die Rückseite des Smartphones und sitzt passgenau auf den elektronischen Kontakten. Der On-/Off-Schalter sowie der Zoomhebel lassen sich genauso gut bedienen wie an einer Kompaktkamera. Die restliche Bedienung ertastet der Nutzer in der Kamera-App.

Über ein Schnellmenü wählen Smartphone-Fotografen zwischen JPEG- und RAW-Format sowie aus einer Handvoll klassischer Motivprogramme. Im Profimodus versetzen Anwender mit ihrer Fingerspitze den Fokus oder steuern Weißabgleich, Belichtungszeit, ISO und Belichtungskorrektur. Den Blendenwert ergänzt die Software selbsttätig.

Die Sony QX-100 war 2013 eine der ersten smarten Aufsteckkameras. Sie ist nur noch als Restposten und gebraucht erhältlich. Mit 1-Zoll-Sensor und 3,6-fach-Zoom bietet sie eine Qualität, die mit einer Smartphone-Standardkamera nicht gelingt. Mit iOS und Android verbindet sich das integrierte WLAN-Modul stabil und einwandfrei.
Die Sony QX-100 war 2013 eine der ersten smarten Aufsteckkameras. Sie ist nur noch als Restposten und gebraucht erhältlich. Mit 1-Zoll-Sensor und 3,6-fach-Zoom bietet sie eine Qualität, die mit einer Smartphone-Standardkamera nicht gelingt. Mit iOS und Android verbindet sich das integrierte WLAN-Modul stabil und einwandfrei.
Die Bildqualität ist auf gehobenem Smartphone- Niveau. Das relativ lichtschwache Objektiv beschränkt den Einsatz weitestgehend auf Außenaufnahmen. Im Test machte sich die Abhängigkeit von der App negativ bemerkbar. Unerklärliche Abstürze machten einige spontane Fotogelegenheiten zunichte. Mit einem Software-Update sollte sich das aber einfach beheben lassen.

Unter dem Strich lebt Hasselblads Kameramodul vom größeren Brennweitenspielraum. In Kombination mit der Konnektivität des Lenovo Moto Z Play entsteht eine sehr smarte, aber lichtschwache Kompaktkamera. Finanziell am attraktivsten ist es, wenn das Lenovo Moto Z Play (Einmalkauf ab circa 310 Euro) per Mobilfunkvertrag in Raten gekauft und das Hasselblad True Zoom (circa 260 Euro) als Zubehör erworben wird.

Den gesamten Artikel mit weiteren Bildern finden Sie in der PHOTOGRAPHIE-ePaper-Ausgabe 09/2017.


Autor: Berti Kolbow-Lehradt

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