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Kaufberatung: Stative
Rollei ist mit einer neuen Reihe am Start, den leichten und handlichen City-Traveler- Stativen, hier die Standardvariante aus Carbon, ab circa 200 Euro. Foto: Rollei
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Kaufberatung: Stative

Ein sicherer Halt und ein ruhiges Händchen


Fassen Sie den Kauf eines Stativs ins Auge, scheint der Fall zunächst einfach zu sein. Doch je mehr man sich mit der Materie beschäftigt, desto deutlicher wird, welch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, Formen und Materialien der Markt bietet. Wir lichten das Dickicht des Stativwaldes.

Zunächst einmal stellt sich die Frage nach dem Verwendungszweck. Sie ist entscheidend für die Bauart des Stativs. Neben den klassischen Dreibeinstativen bietet auch eine einzelne Säule einen soliden Verwacklungsschutz, etwa dann, wenn es darum geht, das Gewicht eines schweren Teleobjektivs abzulegen. So kann der Fotograf dennoch schnell und flexibel die Position und Blickrichtung ändern, ohne dass seine Arme länger und damit wackeliger werden. Einbeinstative sieht man häufig bei Sportfotografen, die damit die "langen Tüten" abstützen und dennoch schnell reagieren können. Aber auch auf Wanderungen kann das Einbein ein kompakter Helfer sein. Die Bauart eignet sich natürlich nicht für Langzeitbelichtungen oder wenn Sie sich von der Kamera entfernen möchten. Daher ist die Kombination aus beidem - Ein- und Dreibein - meist eine clevere Alternative. Denn viele Dreibeinstative bieten die Möglichkeit, die Mittelsäule oder eines der Stativbeine als flexibles Einbein zu nutzen.


Klassische Dreibeinstative sind die Renner der Szene, hier das Gitzo GK100T (circa 1.100 Euro) und das Rollei Lion Rock 20 Mark II (circa 800 Euro).
Klassische Dreibeinstative sind die Renner der Szene, hier das Gitzo GK100T (circa 1.100 Euro) und das Rollei Lion Rock 20 Mark II (circa 800 Euro).
Der klassische (und mit Sicherheit meistverwendete) Typ ist das Dreibein. Doch auch hier gibt es viele Variationen, die sich vor allem in Größe, Gewicht und Verarbeitung unterscheiden. Ein wichtiges Merkmal ist zunächst die Tragkraft, sie limitiert Größe und Gewicht des genutzten Equipments. Die maximale Einstellhöhe des Stativs bestimmt zudem, ob Fotografen auch im Stehen bequem arbeiten können. Die minimale Einstellhöhe dagegen sagt aus, inwieweit das Stativ bodennahe Aufnahmen ermöglicht respektive erleichtert. Packmaß und Gewicht zeigen die Reisetauglichkeit an. Die meist kleinsten und leichtesten Vertreter ihrer Zunft sind die Mini-, Tisch- und Reisestative. Unterwegs gilt es, den bestmöglichen Kompromiss aus kleinem Packmaß, geringem Gewicht und größtmöglicher Stabilität zu finden. Naturgemäß haben Reisestative nicht die höchste Tragkraft, deshalb sollten maximal kleine bis mittlere Systemkameras mit nicht allzu großen Objektiven zum Einsatz kommen.

Die Minis unter den Dreibeinen werden immer beliebter und kennen inzwischen die unterschiedlichsten Spielarten. Am Ast der Urahn Joby GorillaPod 3K (circa 100 Euro), links daneben ein "echtes" Stativ, das Rollei City Traveler Mini (circa 150 Euro), rechts daneben das Tischstativ Manfrotto Pixi Evo Mini (circa 50 Euro).
Ist die Ausrüstung gewichtiger, sollte die Wahl auf ein gutes Allround-Stativ fallen, das auch eine Vollformatkamera mit größeren (Tele-)Objektiven sicher hält. Verlassen Sie sich hierbei nicht zu sehr auf Billigstative vom Discounter, bedenken Sie immer den Wert Ihrer Ausrüstung und den Frust, den eine verwackelte Aufnahme oder ein Schaden durch ein umgestürztes Stativ auslösen können. Wer viel in der Natur unterwegs ist, seine Ausrüstung nicht schont und das Stativ nicht nur in eine kleine Pfütze, sondern auch gern einmal ins knietiefe Süß- oder Salzwasser stellt, für den ist ein in der Regel recht kostspieliges Outdoor- Stativ eine gute Wahl. Robuste Materialien mit akzeptablen Transporteigenschaften sind das A und O. Und natürlich sollten die Stativbeine aufwendig versiegelt sein und die Füße, eine Kombination aus Gummi und Spikes, auf verschiedenen Untergründen einen sicheren Halt bieten. Warum einige Anbieter hier in Preisregionen jenseits des dreistelligen Bereichs vordringen, das zeigt sich meist erst im monatelangen, reibungslosen Dauereinsatz.

Unterwegs zählen nicht nur jedes Gramm, sondern auch das Packmaß eines Stativs. Diesen Anforderungen begegnen die Hersteller mit ihren Reisestativen, die in den allermeisten Fällen Beine mit einem 180-Grad-Gelenk bieten. In unserer Auswahl von Cullmann (Mundo, circa 100 Euro), Gitzo (GK100T, ca. 1.100 Euro) und Rollei (City Traveler Titan, circa 200 Euro), von Sirui (T-1205, circa 300 Euro) und Manfrotto (Befree Advanced, circa 190 Euro).
Unterwegs zählen nicht nur jedes Gramm, sondern auch das Packmaß eines Stativs. Diesen Anforderungen begegnen die Hersteller mit ihren Reisestativen, die in den allermeisten Fällen Beine mit einem 180-Grad-Gelenk bieten. In unserer Auswahl von Cullmann (Mundo, circa 100 Euro), Gitzo (GK100T, ca. 1.100 Euro) und Rollei (City Traveler Titan, circa 200 Euro), von Sirui (T-1205, circa 300 Euro) und Manfrotto (Befree Advanced, circa 190 Euro).
Etwas schonender geht es da im Studio zu. Hier müssen keine großen Distanzen überbrückt werden, weshalb das Stativ ruhig einmal etwas schwerer sein darf. Kompromisse bei der Tragkraft oder Schwingungsabsorption muss hier kein Fotograf eingehen. Oft kommen Stative mit Rollen zum Einsatz, mit denen sich die Stative leicht auf dem Studioboden in Position bringen lassen. Sie tragen die Kamera, zusätzliche Ausrüstung wie ein Tablet oder Laptop und natürlich das Licht. Für den gelegentlichen Einsatz im Studio gibt es den rollenden Untersatz auch als Zubehör.

Den gesamten Artikel finden Sie in der PHOTOGRAPHIE-ePaper-Ausgabe 06/2018.


Autor: Dirk Espeter

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