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Fujifilm FinePix X100

Nichts für die Nische


Selten hat eine Kompaktkamera solche Begehrlichkeiten geweckt wie Fujifilms X100. Woran liegt's? Ist es der grosse Sensor, das Retro-Design, der neuartige Hybrid-Sucher - oder einfach nur Magie?

Schon bei der ersten Vorstellung während der photokina 2010 sorgte Fujifilm mit einem "Holzmodell" der FinePix X100 für Aufsehen. Sollte der Hersteller den Nerv der Zeit so genau getroffen haben? Retro-Styling, klassische Bedienung, eine lichtstarke 35-mm-Festbrennweite, grosser APS-C-Sensor und ein völlig neues Sucherkonzept. Oder bleibt das Modell am Ende doch in der Nische? Die Fuji hat seit ihrem Erscheinen einen fast schon beängstigenden Hype ausgelöst. In Grossbritannien, wo die X100 bereits in homöopathischen Dosen zu haben ist, werden vom Start weg Liebhaberpreise gezahlt, während unserer Testaufnahmen in Hamburg wurden wir auf die X100 angesprochen und hätten die Kamera gleich mehrmals verkaufen können. Zum Redaktionsschluss wurde die Fuji in Online-Auktionen für über 2.200 US-Dollar gehandelt. Zur Erinnerung: Die Preisempfehlung des Herstellers beläuft sich auf 999 Euro. Mit der X100 will Fuji ein neues Qualitätsbewusstsein schaffen.

Das Gehäuse ist hochwertig, die obere und untere Abdeckung aus einer Magnesiumlegierung gegossen, die Bezeichnung in die Oberschale graviert und die Vertiefungen sind von Hand mit Emaille gefüllt. Bei der "lederartigen" Applikation hätte Fujifilm aber ruhig zu einer griffigeren Oberfläche greifen können.

Bokeh: Das Fujinon-Objektiv 2/35 mm zeigt ein sehr weiches Bokeh. Die grosse Aufnahme ist mit Blende f/2 aufgenommen, die kleinen mit f/8 und f/16 (von links). Neun annähernd kreisrund schliessende Lamellen sorgen für eine harmonische Abbildung, die aufwendige Vergütung der Linsen schliesst optische Fehler weitestgehend aus.
Bokeh: Das Fujinon-Objektiv 2/35 mm zeigt ein sehr weiches Bokeh. Die grosse Aufnahme ist mit Blende f/2 aufgenommen, die kleinen mit f/8 und f/16 (von links). Neun annähernd kreisrund schliessende Lamellen sorgen für eine harmonische Abbildung, die aufwendige Vergütung der Linsen schliesst optische Fehler weitestgehend aus.
Rauschen scheint ein Fremdwort

Die Linienführung findet ihre konsequente Fortsetzung in klassischen Bedienelementen. Die Blende bestimmt der Fotograf über einen mechanischen Ring am Objektiv, für die Zeit und Belichtungskorrektur findet er Metallrädchen auf der Oberseite des Gehäuses. Für die manuelle Scharfstellung bedient er einen "Fly-by-wire"-Ring, der die Drehung an einen Motor überträgt. Hätte Fuji auch hier auf Mechanik gesetzt, wäre eine noch feinere Einstellung der Schärfe möglich. Insgesamt wirkt die Kamera sehr aufgeräumt und lässt eine problemlose Bedienung zu. Wünschenswert wären jedoch mehr individuell belegbare Komponenten wie die Fn-Taste.

SO FUNKTIONIERT DER HYBRID-OPTISCHE SUCHER

Der Hybrid-Optische Sucher (oben) kombiniert den Aufbau eines konventionellen Leuchtrahmensuchers (unten) mit einem LCD-Element. So zeigt das klare Bild des optischen Suchers 120 Prozent des Sichtfeldes. Das LCD blendet einen 100-Prozent-Leuchtrahmen und zusätzlich Belichtungsinformationen ein, wie sie der Fotograf von elektronischen Suchern her kennt.

Der Leuchtrahmen wird je nach Motivabstand angepasst, um die Parallaxe auszugleichen. Alternativ kann der Fotograf mit einem Hebel den elektronischen Sucher aktivieren. Dieser löst das Bild mit 1,44 Millionen Punkten auf und kann in der Praxis ebenfalls überzeugen.

Der Autofokus arbeitet zielsicher, Motive, die sich schnell auf die Kamera zubewegen, zeigen ihm aber Grenzen auf. Vielleicht hätte Fujifilm bei der sonst tadellosen neuen Sensorgeneration nicht auf die Auskopplung einiger Dioden aus dem bildgebenden Sensor verzichten sollen, die eine Phasenmessung hätten integrieren können.

Die Bildergebnisse des APS-C-grossen 12,3-MP-CMOS-Bildwandlers mit neu entwickeltem EXR-Prozessor bewegen sich auf dem Niveau einer sehr guten Spiegelreflexkamera. Von ISO 100 bis 12.800 zeigt sich bei kurzen wie bei längeren Belichtungszeiten kaum bis gar kein Rauschen, die Detailwiedergabe und der Dynamikumfang sind hervorragend. Im Broadcasting weiss man die makellose Qualität der Fujinon-Objektive zu schätzen, das könnte sich mit der X100 nun auch unter Fotografen herumsprechen. Optische Fehler wie Verzeichnung oder Aberrationen sind im Test über den gesamten Blendenbereich nicht aufgetaucht, das Bokeh lässt Fotografenherzen höherschlagen. Wahlweise kann ein ND-Filter eingeschwenkt werden, das den Lichtwert um drei Blendenschritte verringert.

Rauschfrei: Der Normbereich des APS-C-grossen CMOS-Sensors der X100 liegt zwischen ISO 200 und 6.400. Wer auf das RAW-Format verzichtet, kann auch mit ISO 100 und 12.800 fotografieren. Unser Beispiel, aufgenommen mit f/5,6 aus kurzer Distanz und auf den rechten Fünfer-Würfel fokussiert, macht deutlich, wie gering bis gar nicht vorhanden das Bildrauschen in Erscheinung tritt. Die Originalbilder stehen unter
Rauschfrei: Der Normbereich des APS-C-grossen CMOS-Sensors der X100 liegt zwischen ISO 200 und 6.400. Wer auf das RAW-Format verzichtet, kann auch mit ISO 100 und 12.800 fotografieren. Unser Beispiel, aufgenommen mit f/5,6 aus kurzer Distanz und auf den rechten Fünfer-Würfel fokussiert, macht deutlich, wie gering bis gar nicht vorhanden das Bildrauschen in Erscheinung tritt. Die Originalbilder stehen unter "Fotostrecke-Download" zum kostenlosen Download bereit.
Fuji gelingt es, neben den starken Hauptkomponenten Sensor und Objektiv eine weitere zu etablieren, die mehr Aufmerksamkeit verdient als beide zusammen: den Hybridsucher. Er liefert ein optisches und ein elektronisches Bild (siehe Kasten) und ergänzt den hochauflösenden 2,8-Zoll-Monitor. Fujifilm stellt der X100 edles Zubehör zur Seite: eine Metall-Sonnenblende (80 Euro), eine Ledertasche und ein Blitzgerät (je 110 Euro).

Fazit

Die anfängliche Begehrlichkeit hat sich während des Tests in dem tiefen Wunsch manifestiert, die X100 nie wieder herzugeben. Leider warten schon die nächsten Kollegen auf dieses Testgerät. Wollte Fuji eine Referenz für die qualitätsbewusste Nische bauen, dürften sich die Strategen verrechnet haben: In einer Nische wird sich die X100 sicher nicht lange aufhalten.

PLUS / MINUS

+ Hybrid-optischer Sucher und gut zugängliche Umschaltung
+ lichtstarkes 2,0/35-mm-Fujinon-Objektiv mit sehr weichem Bokeh
+ klassische Bedienung von Belichtungszeit, Blende und Belichtungskorrektur
+ CMOS-Sensor in APS-C-Grösse mit hervorragendem Rauschverhalten
- Manuell-Fokus nur mit elektronischer Übertragung ("Fly-by-wire")
- keine individuelle Belegung der Multifunktionswippe


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Autor: tfh

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