PHOTOGRAPHIE 9/2010
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Leserwettbewerb „Wohn-Räume“

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Wie sieht es aus, das Leben in vier Wänden? Ein Blick hinter die Kulissen anderer Menschen und anregende Außenansichten.

Der Blick in das Heim eines Menschen gibt Aufschluss über dessen Geschmack, Lebenseinstellung und Betätigungsfelder. Herzstück als Treffpunkt für Wohngemeinschaften wie Familien ist meist die „gute Stube“, das Wohnzimmer. Dort steht für gewöhnlich ein Fernsehapparat als Dreh- und Angelpunkt gemeinsamer Freizeitbeschäftigung. Doch dieses traditionell geprägte Bild befindet sich im Wandel: Der Nachwuchs wandert mit den neuen Medien ins eigene Zimmer ab und die vielseitig interessierten Eltern schwitzen auf dem Trainingsrad ihre Pfunde runter, erheben das Kochen mit Freunden zur Kunst, schmökern in ihrem Lesesessel oder rufen im Arbeitszimmer noch die letzten E-Mails des Tages ab – „Homing“ nennt sich diese Lebensart, bei der das gesamte Zuhause jede erdenkliche Beschäftigungsmöglichkeit bietet und das Verlassen der eigenen vier Wände für ereignisreiche Stunden unnötig macht. – Unser Wettbewerb hätte Erhellung in die Entwicklung dieses aktuellen Trends bringen können. Doch die Messlatte war mit dem Thema „Wohn-Räume“ wohl sehr hoch gelegt, bedurfte thematischer Interpretationsfähigkeit, enormer Experimentierfreude, Überzeugungsfähigkeit, um andere für dieses Projekt zu gewinnen (sollte es nicht in den eigenen vier Wänden umgesetzt werden), und fototechnisches Knowhow. Zahlreiche Aufnahmen von Ruinen oder Häuserfassaden erreichten die Redaktion. Kahle Decken und abgeschnittene Tischbeine waren auf vielen Beiträgen zu sehen, weil Bildausschnitt und Perspektive ungünstig ausgewählt worden waren. Dabei besitzt jeder Raum charakteristische Eigenschaften, auf die das Augenmerk gerichtet werden kann, um öde Beliebigkeit zu vermeiden. An ihnen sollte die Kamera ausgerichtet werden. Will man ein Zimmer als Ganzes präsentieren, muss man den Bildaufbau unter starker Berücksichtigung der Brennweite und des Standortes sorgfältig komponieren. Und weil Innenraum-Aufnahmen meist unter schwierigen Lichtverhältnissen entstehen, ist die Belichtung von erheblicher Bedeutung (RAW-Dateien erlauben in der digitalen Nachbearbeitung einen späteren Weißabgleich). Die Bildauswahl war kleiner als sonst – doch dafür umso exquisiter. _ Redaktion: A. Spaeth  

1. Platz
Gregor Jaruga, Königsbrunn

 


2. Platz
Bodo Kühle, Beckdorf
 


3. Platz
Peter Uphoff, Saarbrücken

Mehr zum Thema lesen Sie in der PHOTOGRAPHIE Ausgabe 11/2009.


Veröffentlicht am: 13. October 2009

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