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Duesseldorf Photo Weekend vom 08. bis 10. März
Thomas Wrede, The Luminous Screen, 2015, aus der Serie 'Real Landscapes' © Thomas Wrede, VG Bild-Kunst, Bonn
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Duesseldorf Photo Weekend vom 08. bis 10. März

Die Kulturmetropole ruft


Zur achten Ausgabe des Duesseldorf Photo Weekend zeigen mehr als 50 Ausstellungen historische und zeitgenössische Positionen der Fotografie. Aktuelle fotografische Tendenzen, Fragen im Hinblick auf den Bedeutungswandel der Bildkultur und der Gesellschaft stehen hier in Reflexion mit Fotografie und ihrer Kulturgeschichte. Museen, Galerien und Off-Räume bieten an diesem Wochenende neben den Ausstellungen ein vielfältiges Programm mit Künstlergesprächen, Vorträgen und Filmen zum Medium Fotografie.

Einen thematischen Schwerpunkt bildet dieses Jahr die Reflexion über aktuelle gesellschaftliche Diskurse, die sich mit Fragen der Konstruktion von Geschlecht, Identität und gesellschaftlichem System befassen.

Entgegen der weitläufigen Vorstellung, die Kriegsfotografie sei ein von Männern dominiertes Berufsfeld, zeigt die Ausstellung "Fotografinnen an der Front". Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus im Kunstpalast mit rund 140 Aufnahmen, dass es eine lange und bedeutende Tradition von in Kriegsgebieten tätigen Fotografinnen gibt. Zu sehen sind Werke von Carolyn Cole, Françoise Demulder, Catherine Leroy, Susan Meiselas, Lee Miller, Anja Niedringhaus, Christine Spengler und Gerda Taro.

"Uncertain States Scandinavia", ein Künstler*innenkollektiv aus Oslo, kuratiert eine Ausstellung im Obergeschoss des NRW-Forum, in der zum Genre des zeitgenössischen Porträts Arbeiten von zehn aufstrebenden Künstler*innen präsentiert werden, u.a. mit Lærke Posselt, Tonje Bøe Birkeland und Christian Nilson. Fotografisch werden im Dialog mit den Betrachter*innen deren Wahrnehmung und die persönliche sowie soziokulturelle Konstruktion von Geschlecht und Identität hinterfragt. Parallel dazu veröffentlicht die Künstler*innengruppe Issue 09 die aktuelle Ausgabe ihres vierteljährlich erscheinenden Magazins.

Die Fotobus Society, ein Kollektiv von Fotografie-Studierenden und initiiert von Christoph Bangert, präsentiert zum Duesseldorf Photo Weekend die Außenausstellung "Identity. Courage. Love." am Schadowplatz. Die vorwiegend fotojournalistischen Arbeiten beleuchten den Zustand unserer aktuellen Lebenswelt und zeigen eine politische und soziale Momentaufnahme unserer Gesellschaft im Jahre 2019.

Michael Wesely, 27.3.1997-13.12.1998, Potsdamer Platz, Berlin © Michael Wesely

"Body in Pieces" heißt die Ausstellung im KAI 10 / ARTHENA FOUNDATION über den menschlichen Körper, an dem sich zentrale Widersprüche unserer Gegenwart manifestieren. Zu sehen sind zahlreiche - zum Teil eigens für die Ausstellung entstandene - Rauminstallationen, Videos, Skulpturen und wandbezogene Arbeiten von internationalen Künstler*innen wie u.a. Monica Bonvicini, Mariechen Danz, Jens Pecho, Lili Reynaud-Dewar und Ryan Trecartin.

Das Polnische Institut zeigt die aufstrebende polnische Künstlerin Weronika Gesicka in der Ausstellung "Seltsam". In ihren Fotografien manipuliert sie die Bilder und hinterfragt damit die menschliche Erinnerung und die Mechanismen dahinter.

Übergreifendes Thema der Ausstellung "memo" in der SETAREH GALLERY sind durch Bildmedien festgehaltene respektive von solchen gelöschte 'Erinnerungen'. Während Morgaine Schäfer Fotografien von analogen "Diaprojektionen" zeigt, veranschaulicht Sabine Dusend den Löschprozess des Speichers ihrer Digitalkamera.

Ricarda Roggan nähert sich fotografisch der Essenz von ausgedienter maschineller Objekte und entfaltet dabei ein analytisches Spektrum von Objekt-Raum-Verhältnissen. Es eröffnet sich eine Typologie einer Dingwelt, die in Vergessenheit geraten ist und nun in der Sammlung Philara mit der Ausstellung Ex Machina präsentiert wird.

In der Architektur manifestieren sich gesellschaftliche Umbrüche und historische Entwicklungen. Unser Bild von Architektur und Gestaltung hat das 1919 in Weimar gegründete Bauhaus maßgeblich beeinflusst. Zum 100. Jubiläum zeigt das Museum Ratingen die Ausstellung "who's afraid of bauhaus"? Kritische Reflexionen zum 100. und beleuchtet dabei das historische Echo des Bauhauses. Fotografie, Textil, Keramik, Möbel, Malerei, Collage, Buchkunst und Film in Bezug zum Bauhaus begegnen sich in der Ausstellung. Zu sehen sind Arbeiten u.a. von Heidi Specker, Louisa Clement, Anne Pöhlmann, Matthias Wollgast und Joseph Beuys.

Sabine Dusend, Delete (Hand), 2018 © / courtesy Sabine Dusend and SETAREH GALLERY
Auch das NRW-Forum widmet sich dem Bauhaus mit der Ausstellung "Bauhaus und die Fotografie - Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst". Ausgehend von den Konzepten der Künstler*innen des Bauhauses, werden Bildwerke und Installationen namhafter Positionen der gegenwärtigen künstlerischen Fotografie gezeigt. Zu sehen sind Thomas Ruff, Dominique Teufen, Daniel T. Braun, Wolfgang Tillmans, Doug Fogelson, Max de Esteban, Viviane Sassen, Antje Hanebeck, Stephanie Seufert, Kris Scholz, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Antje Hanebeck und Douglas Gordon. Zudem zeigen Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt und der Technischen Hochschule Nürnberg ihre eigenen, zukunftsorientierten Entwürfe.

In den Düsseldorfer Galerien ist wieder ein spannendes Programm mit renommierten Fotografen und jungen Talenten zu sehen. Einige Düsseldorfer Galerien befassen sich in diesem Jahr mit neuen Bildwelten, die nur durch die Fotografie und in dieser existieren. Grisebach zeigt den renommierten Fotografen Michael Wesely in der Ausstellung "The Camera was Present" (1988-2018), der, mithilfe von Langzeitbelichtungen und selbstgebauten Fotoapparaten, die Vorgänge innerhalb der Kamera zeigt. Die Ausstellung Sceneries von Thomas Wrede bei Beck & Eggeling International Fine Art präsentiert Fotografien im Spannungsfeld von Realität und Illusion. Wrede visualisiert dabei die Sehnsucht nach der Natur und den Wahrheitsgehalt von Fotografie.

Gleich in der Nachbarschaft sind Arbeiten des spanischen Fotografen Chema Madoz bei Clara Maria Sels zu sehen. Unter dem Titel "The Nature of Things" zeigt die Ausstellung auf subtile und ironische Weise paradoxe Welten alltäglicher Gegenstände.

© E. Siao und Museum Ludwig, Köln
Der Künstler Kay Kaul, Meisterschüler von Prof. Rinke an der Kunstakademie Düsseldorf, macht in seinen statischen Farblichtbildern Bewegungsvorgänge als gesonderte Farbereignisse sichtbar. Zu sehen sind Kauls Arbeiten in der Ausstellung Cloudbusting in der Galerie Voss.

In Kooperation mit der Rheinischen Post zeigt die Ausstellung "Mensch Düsseldorf" in der Galerie Breckner einen Querschnitt der Arbeiten von Volker Krämer, der als Pressefotograf, mit einem offensichtlichen Gespür für den Moment, ein vielfältiges Bild der 1960er Jahre in Düsseldorf schuf. Sein Sohn Felix Krämer ist der amtierende Direktor des Kunstpalasts.

Bernd & Hilla Becher (1931-2007; 1934-2015) begründeten die Düsseldorfer Fotoschule und entwickelten eine für die Geschichte der Fotografie bahnbrechende Ästhetik. Neben dem ehemaligen Becher-Atelier widmet sich das Kunstarchiv Kaiserswerth mit der Ausstellung "Kohlebunker" der gleichnamigen Werkserie der Bechers und ihrer international bekannten, sachlich dokumentarischen Fotografie.

Noch mehr Infos unter www.duesseldorfphotoweekend.de


Fotos: Thomas Wrede, Michael Wesely, Sabine Dusend, E. Siao
Autor: Photographie.de

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